2017 – HARTES PFLASTER

Ihr kennt ein „hartes Pflaster“ in eurer Stadt, in eurem Grätzl, in eurer Straße, vor eurer Haustüre?
Gesucht waren Vorschläge, die diesen Räumen neue Qualitäten verleihen.

Die gestalterischen Lösungen sollten ...
Straßenräume und Stadträume neu denken und sich der Härte versiegelter Flächen aller Art entgegenstellen. Raue, monotone Orte entschärfen, in den Fokus stellen und verändern. Unbel(i)ebte, diskussionsgeladene oder Orte sozialer Härte thematisieren. Die Wahl des Bearbeitungsgebiets stand frei, es musste sich aber um eine reale Situation handeln.

Jury / Ersatz

Sabine Gstöttner / Sabine Gretner (Landschaftsarchitektinnen)
Christian Wagner / Helge Schier (Landschaftsarchitekten)
Christoph Steinbrener / Rainer Dempf (Künstler)
Lina Streeruvits / Lukas Antoni (ArchitektInnen)
Brigitte Lacina / Korbinian Lechner (LandschaftsarchitektInnen)

1. PLATZ

Lukas Merkel, Leonie Wiemer (Leibnitz Universität Hannover)

Bodenlos

Aus dem Juryprotokoll... Spielerischer, mutiger Zugang zum Thema "hartes Pflaster", Schaffung einer neuen Ebene, die permanent in Bewegung ist. Eine neue Atmosphäre entsteht. Reduzierter Materialeinsatz mit großer Wirkung, Haptik wird spürbar. Die Ortswahl wird als geeignet und räumlich spannend befunden. Inszenierung des Ortes "von oben" und "von unten" wird unterstrichen. Grafisch sehr gelungene Ausarbeitung.

bodenlos

2. PLATZ

Johanna Bendlin, Julia von Vietinghoff (TU Berlin)

Illusion: Hain

Aus dem Juryprotokoll... Artifizielle Übersetzung des Themas Hain besticht durch die Möglichkeit zur Bespielung auch in der Nacht und als identitätstiftendes Stadtsignal. Gelungene Ortswahl, Härte in vielerlei Hinsicht wird aufgegriffen. Die Wahl des Gestaltungsmittels entspricht dem prominenten Ort und seiner tageszyklischen Nutzung, bestehende Qualitäten werden gestärkt. Der Illusion wird Glauben geschenkt; Ausarbeitung ist ansprechend, die technische Umsetzung wurde diskutiert und als machbar eingeschätzt.

illusion hain

3. Platz

David Hacker, Katharina Peischl (BOKU Wien)

Grenzgänger

Aus dem Juryprotokoll... Spannender Zugang zum Wettbewerbsthema, Ortswahl sehr gelungen. Mit wenigen und einfachen Mitteln wird eine starke Intervention gesetzt, die zur Diskussion anregt - das Thema Grenze wird spielerisch aufgenommen und mit der Umgebung in Beziehung gesetzt (Jugendzentrum). Das harte Pflaster einer Grenzsituation wird gelungen aufgebrochen. Empfehlung der Jury eine 1:1 Umsetzung anzudenken und sich mit den entsprechenden Institutionen (KÖR und Land NÖ/ORTE) in Verbindung zu setzen.

grenzgänger

Weitere Anerkennungs- und Abopreise

Leoland, spielend über hartes Pflaster. Fabian Ilse (BOKU Wien)
La Defense im Aufbruch. David Obernberger (Leibnitz Uni Hannover)
Auf rosa Wolken schweben. Gaby Wehrstedt (TU Berlin)
Grünes Pflaster - Attraktives Kranhenhaus. Gerd-Hubertus Weidenbrücher, Christian Gärtner (BOKU Wien)
Unter dem Pflaster liegt der Strand- Panama und Paradies für alle. David Biegl (BOKU Wien)
Out of the Box. Mathäus Steurer, Manuel Obermoser (BOKU Wien, TU Wien)
Ein Landschftsakzent - große Wirkung. Benedikt Kremsner (BOKU Wien)
Heast, setz di hea! Victoria Wakulicz, Raphael Bayer (BOKU Wien)

2015 - Unterbrücken

un  I  ter  I  brüc  I  ken

Den Raum unter Brücken (o. Ä.) nutzbar machen;
umwandeln; neu gestalten; adaptieren; neu interpretieren

Im Zentrum des Landschaftsarchitekturpreis 2015 stand die Wortkreation UNTERBRÜCKEN. Studierende waren aufgefordert, eine selbstgewählte Raumsituation zu "unterbrücken". Räume unter Brücken oder ähnlichen Bauwerken sollen dabei als spannende Freiräume aufgezeigt und deren Bedeutung als soziale Orte thematisiert werden. Ein gestalterischer Entwurf oder eine gestalterische Auseinandersetzung waren erwünscht.

Ein Bezug zu einer Brückensituation musste gegeben sein, wobei die Bearbeitung nicht ausschließlich auf den Raum unter Brücken beschränkt war, sondern das gesamte Brückenumfeld beinhalten konnte. Temporäre Interventionen bis hin zu fixen Gestaltungsvorschlägen waren möglich.

Jury / Ersatz

Rober Luger / Oliver Gachowetz (Landschaftsarchitekten, Wien)
Christian Henke / Elisabeth Lesche (LandschaftsarchitektInnen, München/Berlin)
Erik Meinharter / Angela Salchegger (LandschaftsarchitektInnen, Wien)
Karin Raith / Lina Streeruvits (ArchitektInnen, Wien)
Gisela Erlacher / Werner Reiterer (KünstlerInnen, Wien)

Neben der Würdigung der Arbeiten setzte die internationale Jury mit ihrer Entscheidung auch ein Statement zum Status der Profession. Landschaftsarchitektur ist eine Disziplin, die auf unterschiedlichsten Maßstabsebenen beheimatet ist und Bereiche von städtebaulichen Dimensionen über konzeptionelle Überlegungen bis hin zu objektplanerischen Entwürfen abdecken kann. Entsprechend breit gefächert sind die Gewinnerprojekte. Es wurden vier Plätze vergeben, daneben mehrere Anerkennungs- und Abopreise.

1. PLATZ

Gabriel Manahl, Lukas Wohlgenannt (BOKU Wien)

Kultur unterm Dach

Aus dem Juryprotokoll... Der Beitrag überzeugt durch die Aufwertung des Brückenraums unter der Wiener Reichsbrücke, indem er diesen multifunktional nutzbar macht. Der Raum kann sowohl für Kino, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen, aber auch nutzungsoffen bespielt werden. Inszeniert werden dabei der Blick und das Zusammenspiel zwischen Uferbereich und dem in die Gestaltung integrierten Brückenpfeiler.

2. PLATZ

Jasmin Linder, Julia Linder (BOKU Wien)

UNTER  I  BRECHUNG

Aus dem Juryprotokoll... Der Beitrag verfolgt einen sehr guten konzeptionellen Ansatz. Die Anordnung auf mehreren Ebenen und die Integration des Raumes unter der Brücke in den linearen Raum des Bachbetts wurden positiv bewertet. Der Brückenraum neben dem Bahnhof Wien Liesing wird nicht als Sonderraum behandelt, sondern auf diese Weise Teil eines Gesamtentwurfs, der die Umgebung miteinbezieht. Auch der Bezug zum Wasser und die Verschränkung mit dem naturnah gestalteten Abschnitt des Liesingbachs schaffen neue (Gebrauchs)Qualitäten.

3. PLATZ

David Biegl (BOKU Wien)

Gelb

Aus dem Juryprotokoll... Der Beitrag schafft ohne viel textliche Erläuterung ein starkes Bild. Das Konzept, den Raum zwischen den Brückenpfeilern einer fiktiven Brücke in ein positives Volumen zu verwandeln, überzeugte. Die durch das bewegliche Volumen entstehenden riesigen Sitzkissen für den Außenraum sind knallig und machen neugierig auf mehr, gleichzeitig verändern sie eine gewohnte Alltagssituation. Der Eingriff kann auf spielerische Art und Weise genutzt werden und regt die Phantasie an.

4. PLATZ

Merle Schrader (Universität Kassel)

Rotes Band

Aus dem Juryprotokoll... Der 4. Preis besticht durch seinen städtebaulichen Ansatz sowie durch den starken Wiedererkennungswert. Der Freiraum unter einer mehrere Kilometer langen Autobahntrasse in Barcelona wird durch eine zusammenhängende Gestaltung funktional und räumlich aufgewertet.

Anerkennungspreis

Rebecca Dathe (TU Dresden)

Macht es Strom oder kann das weg?

Aus dem Juryprotokoll... Der Beitrag ist auf der Ebene einer künstlerischen Intervention anzusiedeln. Die Installation macht die natürlichen Elemente Wind und Wasser durch einen poetischen und verspielten Entwurf sichtbar, der bei Tag und bei Nacht auf unterschiedliche Weise wirksam ist und den Raum unter der Löbtauer Brücke in Dresden in Szene setzt.

2013 - Aufruf zum Warten

Gib den Warteräumen eine neue Bedeutung!

Warteräume unterbrechen das geschäftige Treiben der Stadt, die Bewegung am Land, die Schnelllebigkeit. Warteräume sind verschieden, sie sind alltäglich. Wir queren, streifen, besetzen und verstehen sie. Sie gehören zum Alltag, sie sind leer, wir benützen sie vorübergehend. Hier können wir uns konzentrieren oder den Gedanken freien Lauf lassen, sie bieten die Möglichkeit zur "langen Weile".

Wie nimmt man diese Räume wahr? Was bedeutet Warten? Welche Atmosphäre braucht das Warten? Wie sieht Dein/Mein/Unser Warteraum aus? Wie verändert sich das Warten im Lauf eines Tages, eines Jahres, eines Lebens? Wie werden unterschiedliche Arten des Wartens sichtbar? Wie viele Nutzungen und Funktionen verträgt ein Warteraum? Wie wirkt dein Warten auf die Umgebung? Bist Du Teil des Alltags um den Warteraum?

Gefragt waren landschaftsarchitektonische Diskussionsbeiträge zum Thema Warten im Freiraum. Der Ort des Wartens im öffentlichen Raum war selbst zu wählen: vom Platz bis zur Warteschleife, von der Haltestelle bis zum Strassenrand, von ...

Jury / Ersatz:

Isolde Rajek / Oliver Barosch (LandschaftsarchitektInnen, Wien)
Tobias Baldauf / Rupert Halbartschlager (Landschaftsarchitekten, Wien/München)
Karin Elzenbaumer / Sebastian Gretzer (LandschaftsarchitektInnen, Meran)
Dieter Spath / Heidi Pretterhofer (ArchitektInnen, Wien)
PRINZGAU /podgorschek (KünstlerInnen, Wien)

Statt die zahlreichen findigen Ideen zur Möblierung rund um das Warten zu prämieren, wurden ganz bewusst alternative Gestaltungen, Aktionen und Handlungsanleitungen nominiert, die die Auseinandersetzung mit dem „Innehalten“ auf unterschiedlichsten Ebenen thematisieren. Schlussendlich entschied sich die Jury aus KünstlerInnen, LandschaftsarchitektInnen und Architekten für zwei Erste, einen Dritten sowie zwei Anerkennungspreise und zahlreiche Abopreise.

1. PLATZ

Jürgen Furchtlehner, Julia Lammers, Arno Wachtler (BOKU Wien)

1. PLATZ

Katharina Körner, Nora Gutwenger, Ursula Gaisbauer (BOKU Wien, Die Angewandte Wien)

3. PLATZ

Matthias Preinknoll, Klaus Rupert Fleischhacker (BOKU Wien, Die Angewandte Wien)

Weitere Anerkennungspreise

Anna Schmidt (BOKU Wien)
Gabriel Manahl (BOKU Wien)